Tricks und häufige Probleme
So wie Ihr Hund vermutlich sein erstes Halsband ablehnte, so wird er
vielleicht anfangs auch das Halti nicht mögen. Lesen Sie hier ein
paar Tricks, wie der Gewöhnungsprozess weniger anstrengend und
sogar spaßig sein kann.
Einstieg
Zunächst zeigen Sie dem Hund das Halti, lassen Sie ihn daran schnüffeln
und sich davon überzeugen, dass er nichts zu befürchten hat.
Belohnen Sie Ihren Hund
Zur Belohnung geben Sie ihm Leckerbissen mit der Hand, die sie durch
das Halti hindurchstecken. Dann lassen Sie das Halti über Ihre
Hand gleiten bis auf seine Nase. Streifen Sie das Halti wieder ab und
wiederholen Sie den Vorgang.
Vorsicht mit Kauen!
Passen Sie auf, dass der Kinnriemen nicht zwischen die Kiefer Ihres
Hundes rutscht. Halti ist aus weichem, besonders widerstandfähigem
Gewebe, aber es ist nicht unzerkaubar!
Wenn Ihr Hund das Halti zum ersten Mal trägt
Normalerweise ist es am besten, wenn Sie den Hund langsam an das Halti
gewöhnen. Zu Beginn soll er es nur ein paar Minuten tragen, ohne
angelegte Leine. Lenken Sie Ihren Hund ab, beruhigen Sie ihn und spielen
Sie mit ihm, während er sich nach und nach an das Halti gewöhnt.
Lassen Sie ihn nicht unbeaufsichtigt.
Anlegen der Leine und erster Spaziergang
Viele Hund akzeptieren das Halti sofort und widerstandslos. Befestigen
Sie eine Leine am vorgesehenen Ring und lenken Sie Ihren Hund mit Reden
und Leckerbissen ab. Halten Sie einen Leckerbissen hoch, damit er seinen
Kopf hebt. Wenn Ihr Hund seine Kopf hängen lässt und zum Beispiel
mit den Pfoten an der Schnauze reibt, führen Sie sanft die Leine
nach oben, damit auch der Hund seinen Kopf wieder hebt.
Wenn der Hund sich zu wehren scheint
Manche Hunde scheinen sich zu wehren, aber Ihre Bewegungen sind meist
dramatischer als ihre wahren Gefühle oder die zugrunde liegende
Anspannung. Am besten bleiben Sie konsequent, heben seinen Kopf und
laufen weiter, Stück für Stück vorwärts. Unterbrechen
Sie Ihren Hund, sobald er sich wehrt oder versucht, seinen Kopf an Ihren
Beinen zu reiben, indem Sie ihm einen Leckerbissen füttern oder
ihn mit Lärm ablenken.
Stimmt die Größe?
Das Halti ist zu groß, wenn es über die Nase bis zu den Augen
des Hundes rutscht, sobald er nach vorne zieht. Tauschen Sie das Halti
um. Sie brauchen eine kleinere Größe.
Schlechtes Benehmen korrigieren
Das Halti ist ein nützliches Werkzeug, um schlechtes Benehmen bei
Hunden zu verbessern. Durch freundliche Kontrolle ist es möglich,
dem Hund alternative und angemessenere Verhaltensweisen beizubringen.
Auf enspannte und vertrauensvolle Art und Weise.
Vorsicht: Es liegt einzig in Ihrer Verantwortung, dass Ihr Hund andere
Hunde oder Menschen weder beißt noch verletzt. Unsere nützlichen
Tipps zum Training geben wir ohne Haftung. Im Zweifelsfall lassen Sie
sich von Ihrem Tierarzt, einem qualifizierten Trainer oder einem Verhaltenstherapeuten
beraten.
Training der sozialen Fähigkeiten
Unglücklicherweise kommen manche Hunde nicht in den Genuss einer
frühen Sozialisierung oder eines Welpentrainings. Andere wiederum
sind traumatisiert, beispielsweise weil ein anderer Hund sie angegriffen
hat. Wieder andere haben Abneigungen gegen alle Menschen außerhalb
der eigenen Familie. Das Halti ist das Mittel der Wahl, um diese Hunde
umzuerziehen. Sie lernen, den Umgang mit Menschen positiv zu empfinden.
Aggressives Verhalten gegenüber anderen Hunden
Die einzigartige Ringkonstruktion des Halti ermöglicht die An-Aus-Maulkorbfunktion.
Kein anderes Geschirr verfügt über diese Möglichkeit.
Zerrt der Hund nach vorne und übermäßig neugierig oder
aggressiv in Richtung eines anderen Hundes, lenken Sie ihn mit der langen
Leine oder der Verlängerungsleine zur Seite. Laufen Sie im Kreis
und nähern Sie sich dann wieder dem anderen Hund. Natürlich
haben Sie vorher dessen Besitzer um seine Erlaubnis gebeten, dass Sie
Ihren Hund in der beschrieben Weise resozialisieren dürfen. Loben
Sie jeden positiven oder geduldeten Kontakt, aber führen Sie ihn
mit dem Halti weg, sobald er agressiv wird oder Hals-über-Kopf
angreift.
Aggressives Verhalten gegenüber Menschen
Bei Menschen resozialisieren Sie Ihren Hund am besten wie folgt: Laufen
Sie auf den Fremden zu, den Sie vorher aufgeklärt haben und dem
Sie einen Leckerbissen in die Hand gegeben haben, den dieser wiederum
Ihrem Hund füttern kann. So entwickelt der Hund Vertrauen gegenüber
Fremden. Vorsicht: Wenn Sie die Leine lockern, kann der Hund nach vorne
ausschreiten und den Leckerbissen von der flachen oder ausgestreckten
Hand nehmen. Gleichzeitig kann er die Gelegenheit auch nutzen, vorzuspringen
und in die Hand zu beißen. Sie müssen aggressive Hunde sehr
behutsam an Menschen oder andere Hunde gewöhnen.
Nach dem ersten Kontakt können Freunde oder Hundetrainer den Hund
leicht übernehmen und mit dem Halti eine kurze Strecke ausführen.
Die Maulkorbfunktion verhindert, dass der Hund seinen neuen Begleiter
beißt. Zeigen Sie der Person deshalb unbedingt, wie man die Leine
nach oben führt und den Maulkorb schließt, sollten die Dinge
außer Kontrolle geraten.
Jagd auf Kleinvieh
Jagen ist bei Hunden ein natürlicher, primitiver Instinkt. Am besten
verwandelt man ihn in Jagen-Fangen-Kauen-Spiele mit sicherem, haltbaren
Spielzeugen wie dem Kong. Unglücklicherweise ist Hunden wie Terriern
oder Spürhunden das Jagen nur sehr schwer wieder auszutreiben,
wenn Sie erst einmal auf den Geschmack – beispielsweise die Hasenjagd
- gekommen sind.
Halti verbessert alle Aspekte des Gehorsams, besonders bringt es dem
Hundehalter Führungsqualitäten bei. Ist der Hund am Halti
und an der langen Leine und macht er sich an Schafe, Hühner oder
anderes Kleinvieh heran, dann stoppen Sie ihn abrupt etwa 1 - 0,5 Meter
vor der Beute. Stoppen Sie ihn mit einem zeitlich genau abgestimmten
Schütteln eines lauten Gegenstandes, wie zum Beispiel einer klappernden
Blechbüchse (gefüllt mit ein paar Erbsen) oder einem plötzlichen
Ruck an der Leine. Dadurch verliert Ihr Hund die Orientierung und er
wird vor seiner geplanten Beute beschämt und gedemütigt. Dann
nähern Sie sich der potentiellen Jagdbeute nochmals an (vorausgesetzt,
diese ist noch nicht verschwunden) und wiederholen Sie die Übung.
Wenn Ihr Hund nicht ins Jagen verfällt, belohnen Sie ihn mit Lob
oder Leckerbissen.
Hochspringen
Hunde, die zur Begrüßung an einem hochspringen, dabei Dreck
auf der Kleidung verschmieren und einem Hände und Gesicht abschlecken,
sind lästig und ärgerlich. Schnüffeln, Lecken und dann
wilde Kämpfe sind eine normale Verhaltensweisen unter befreundeten
Hunden, wenn sie einander begrüßen. Wir Menschen finden das
unangenehm.
Um diese Gewohnheit des Hochspringens zu korrigieren, müssen sowohl
der Mensch als auch der Hund ihr Verhalten verändern. Zunächst
begrüßen Sie Ihren Hund liebevoll, aber begeben Sie sich
gleich auf seine Höhe anstatt ihn scheinbar auf Ihre Höhe
einzuladen. Wenn sie die Befehle "Sitz!" und "Halt!"
schon eintrainiert haben, können Sie ihn für seinen Georsam
mit Leckerbissen, Streicheln oder liebevoller Zuwendung belohnen. Was
Sie nicht tun sollten ist: Davonlaufen, Hände über den Kopf
halten und schreien. Wenn Ihr Hund vor lauter Aufregung Ihre Befehle
ignoriert, wenden Sie sich ab, verhalten Sie sich ruhig, distanziert
und weisen Sie seine Annäherungsversuche deutlich ab. Im schlimmsten
Fall greifen Sie zu einer zeitgenauen Strafe, zum Beispiel lassen Sie
neben dem Hund eine Klapperbüchse fallen in genau dem Moment, wenn
seine Vorderpfoten vom Boden abheben. Seien Sie nicht übermäßig
streng zu einem hochspringenden Hund, und schlagen oder treten Sie ihn
niemals mit Händen, Knien oder Füßen.
Kot fressen und Betteln
Es gibt viele Gründe dafür, warum Hunde ihren eigenen oder
den Kot anderer Hunde fressen. Vor allem mögen Sie es einfach,
so wie die meisten Hunde gerne Kot von Schafen, Pferden und anderen
Pflanzenfressern fressen. Der menschlichen Empfindsamkeit geht das meist
zu weit. Die meisten von uns wollen nicht, dass unsere Hunde so etwas
fressen. Mit Halti können Sie Ihrem Hund sehr wirkungsvoll abgewöhnen,
in Grünanlagen nach weggeworfenem Essen zu suchen oder auf dem
Land im Kot von Bauernhoftieren zu wühlen. Wichtigste Hilfsmittel
sind ein langes Seil oder die Verlängerungsleine, die am Halti
befestigt wird, und eine Klapperbüchse. Nehmen Sie Leckerbissen
mit, mit denen Sie Ihren Hund belohnen, wenn er das gewünschte
Verhalten zeigt und den verbotenen Stoff ignoriert. Wenn die Versuchung
mit ihm durchgeht, erschrecken Sie Ihren Hund mit der Klapperbüchse.
Dann drehen sie den Kopf des Hundes zu Ihnen und wiederholen den Merk-Befehl.
Nach einem "Sitz-und-Halt!"-Befehl dürfen Sie Ihren Hund
mit einem Leckerbissen belohnen.
Das Halti im Auto
Viele Hunde, die sich mit dem Halti beruhigen lassen, aber im Auto hysterisch
werden, lassen sich auch hier mit dem Halti in vorbildliche Autopassagiere
umerziehen.
Übermäßiges Bellen
Kläfft Ihr Hund laut, wenn Sie ihn ausführen? Das drückt
lediglich die Aufregung aus, die er empfindet, weil er bald im Wald
oder im Park sein wird. Nutzen Sie einfach die Maulkorb An-Aus-Funktion
und schließen Sie seine Schnauze, sobald er zu bellen beginnt.
Wenn Ihr Hund in anderen Situationen bellt, besonders wenn er von der
Leine ist, hilft das Halti nicht viel weiter. Für solche Hunde
sind andere Produkte entwickelt worden, zum Beispiel das Aboistop-Spray-Halsband.
Dieses Hilfsmittel wird am Hals getragen und gibt kleine Mengen Gas
ab, mit oder oder Zitronendurft. Es funktioniert bei 90 Prozent aller
kläffenden Hunde, besonders jenen, die mit ihrem Bellen Selbstvertrauen
und Territorialansprüche ausdrücken. Wenn Hunde aus Kummer
darüber, dass sie allein sind, bellen, suchen Sie besser einen
qualifizierten Verhaltenstherapeuten auf. Vermutlich hat Ihr Hund ein
Bindungs- oder Trennungsproblem.
Ängste und Phobien
Manchen Hunde fürchten bestimmte Situationen aus gutem Grund: Beispielsweise
das Näherkommen eines Busses oder Lastwagens mit Luftbremsen, Pferde
oder die bloße Sicht eines Heißluftballons. Eine systematische
Desensitisierungstherapie versucht, das gefürchtete Objekt mit
den Erfahrungen von Trost oder Entspannung zu verbinden. Der gefürchtete
Gegenstand oder das gefürchtete Geräusch sollte dem Hund mit
geringer Intensität beziehungsweise auf einem tolerierbaren Level
vorgestellt werden. Langsam können sich positive Assoziationen
bilden und die Furcht schwindet.
Entschlossenes Zurückhalten schafft beim Hund Vertrauen. Die altmodischen
Zurückhaltesystem, wie Würgeketten oder auch das gewöhnliche
Halsband, das würgt und Schmerzen verursacht, gibt dem Hund noch
mehr Grund, ängstlich zu sein. Das Halti jedoch kann bei diesen
Hunden angewendet werden, weil es den Fluchtversuch des Hundes stoppt,
der bizarrerweise wiederum die Ängstlichkeit des Hundes verstärkt
und rechtfertigt.